Sitzsäcke

In den Siebziger Jahren kamen sie erstmalig auf, die Sitzsäcke. Damals meist aus quietschbuntem Kunstleder, gefüllt mit Styropor und relativ ungemütlich. Wer in den Siebziger Jahren aufgewachsen ist, hatte einen Sitzsacke in seinem Zimmer stehen und manche sogar zwei Sitzsäcke, damit auch Freunde, die zu Besuch kamen, eine Sitzgelegenheit hatten.

Die Sitzsäcke der Siebziger waren allerdings ungemütlich durch die Füllung und natürlich auch durch das Obermaterial des Bezugs. Meistens.

Ausnahmen bestätigen die Regel! Die Füllung wurde durch längeres Sitzen meist recht hart, das Sitzen selbst zur Folter. Die Idee allerdings war hervorragend, keine Frage. Sitzsäcke können unglaublich entspannend sein, das weiß man in der heutigen Zeit auch in therapeutischen Einrichtungen und setzt sie dort gezielt ein in den so genannten „Snoozelräumen“. Und ist ein Wohnzimmer nicht auch eine Art therapeutischer Raum? Vielleicht ist es uns nicht ganz so bewusst, denn wir richten uns so ein, dass wir uns wohl fühlen. Dass wir unser Wohnzimmer auch Gästen zeigen können. Doch letztlich, was ist Sinn und Zweck eines Wohnzimmers? Richtig, es ist das Zimmer, in dem die Familie gemeinsam ihre Freizeit verbringt, falls man nicht irgendwo unterwegs ist.

Es ist der Raum, in dem man die Abende mit dem Partner oder auch alleine genießen möchte, entspannt, vielleicht mit einem Glas Wein, bei einem guten Film oder einem guten Buch. Freizeit, die wir nutzen um uns vom Arbeitstag zu erholen, die wir brauchen, um Kraft zu tanken für den nächsten Tag. Sitzsäcke sind längst wieder in Mode gekommen und bei der Vielfältigkeit der heute erhältlichen Modelle dürfen sie ruhig auch ersatzweise für eine herkömmliche Sofagarnitur in einem Wohnzimmer einziehen – oder als Ergänzung zu den sonstigen Sitzmöbeln, wenn es stilistisch passt und noch Platz genug vorhanden ist. Die Sitzsäcke von heute sind vollkommen anders gefüllt als die Sitzsäcke aus den Siebziger Jahren. Sie werden auch bei längerem Sitzen oder Liegen nicht hart, sondern passen sich der Körperform an.

Erhältlich sind sie in unterschiedlichen Materialien der Bezüge: Leder, Stoffe unterschiedlicher Art, wie es das Herz begehrt. Und grundsätzlich passend zu jeder Einrichtung. Auch in den Größen sind Sitzsäcke sehr variabel. Wer die herkömmliche Sofagarnitur ablehnt, hat durchaus die Möglichkeit, Sitzsäcke in einer Größe zu finden, die ein Sofa durchaus ersetzen kann und Platz genug bietet für mehrere Personen. Wer hingegen einen Sitzsack nur ergänzend zur Sofagarnitur aufstellen möchte, wird auch ein zierliches Modell finden.

Sitzsäcke bringen den Vorteil, dass sie nicht nur herrlich bequem und entspannend sind, sondern sich auch in die gewünschte Form bringen lassen. Ein relativ großer Sitzsack kann durchaus zum Sofa umgeformt werden, mit dem man tagsüber repräsentieren kann. Und der gemütliche Abend vor dem Fernseher? Da zupft man sich den Sitzsack einfach so zurecht, dass man angenehm entspannen kann.